Feierabend auf der Feuertreppe. Für ihren nächsten Umzug nach Südafrika hatten die beiden Weltenbummler Kathi und Nermin gerade ihre Münchner Wohnung gekündigt, als Corona plötzlich ihre Pläne durchkreuzte. Zum Glück sind sie kurzfristig bei Kathis Mama in Amberg untergekommen. Gedanklich schon in Kapstadt, gefühlt noch in München und gepackt für Kroatien erkunden sie unser kleines aber feines Städtchen, um das Beste aus ihrem Zwischenstopp zu machen.

Schon am ersten Tag in Amberg fällt den beiden beim Flanieren ein großer Unterschied zu München auf: „Hier grüßt man einander so nett im Vorbeigehen und alle haben trotz Sicherheitsabstand eine total herzliche Art.“, erzählt der gebürtige Bosnier Nermin. „Das fanden wir auf Anhieb super symphatisch.“ Gleich noch sympathischer empfing dann das Wild Vaitl die beiden Besucher. Trotz Lockdown wurde „an dem süßen Platz mit dem Schweinebrunnen und den verrückten Bäumen“ Bier aus dem Kneipenfenster verkauft. Sensationell! Gut zu Wissen, dass der Duft von Sauerne am Samstagmorgen nicht nur Amberger magisch anzieht… Mit ihrem Wegbier schlendern die Zwei durch die mittelalterlichen Gassen, bewundern die bunten Fassaden und verlieben sich in den schönen Eichenforstplatz hinter der Kirche. Besonders Kathi ist ein großer Altstadt-Fan und knippst einige Fotos für ihren Reiseblog und Instagram. Doch Amberg ist nicht nur fotogen, sondern auch herrlich gemütlich. Nach dem Homeoffice macht Kathi öfter Yoga im Stadtgraben, faulenzt mit Nermin auf den roten Liegen im Maltesergarten oder die beiden machen einen Abendspaziergang entlang der Lindenallee nahe ihrer Wohnung.

Nach den europäischen Grenzöffnungen geht es jetzt erstmal weiter ans kroatische Meer. Weil das Nürnberger Kindl Kathi dann eine ganze Weile keine gescheiten Bratwürste mehr bekommt, muss das junge Paar schleunigst noch einen Abstecher „zu diesem leckeren Grillstand am Marktplatz“ machen. Nach dem Hottner’schen Strohschwein lassen die zwei Kurzzeitamberger dann ihren vorerst letzten Oberpfälzer Sommerabend satt und glücklich zwischen Tür und Angel ausklingen.

Ph. Dominik Lenz Photography